F-Abi-Fahrt 2k1 oder
"Des war scho'!"
aus der Sicht der "Bismarck"Nicht Barcelona sondern mit dem Boot im Elsass, so hat sich die Mehrheit der F-Abiturienten entschieden. Und zu diesem Zwecke ging es am Samstag den 14. Juli um 5.00h morgens (!!!) mit dem Bus los. Nach ca. 6 Stunden Fahrt und einer halben Packung Schlaf waren wir auch am vorläufigen Zielort "Lagarde". Auch wenn einige Häuser mit aufblasbaren Swimmingpools ("Schweinetränken") einen Hauch von Haute Couture zu verbreiten versuchten, konnte das nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Kuh-Kaff beispielhaft für die meisten anderen Kanal-Dörfer war. Sehr charakteristisch für eben diese war und ist die Größe (5-10 Häuser), der Tante-Emma-Laden (Normalpreis mal zwei), der pulsierende Stadtkern (an besonders lebhaften Tagen wurden sogar 2 Autos und 1 Traktor auf einmal gesichtet!), Kühe (oder Schafe) und seltsamerweise die direkte Lage am Kanal. Aber nun zu unserem Konvoi, 6 Boote mit den (offiziellen) Rufnamen (festgelegt durch das Einsatzkommando des Lehrer-Bootes): - Schlingerboot (oder auch bescheiden "Bismarck", Lazarett-, Versorgungs- und Schlachtschiff) - Bums-Boot (angeblich wegen der Neigung zum an-bumsen /boucen) - American Queen (oder auch Drogen-, Chaotenboot und Challenger, wegen des Sonnensegels) - Lehrer-Boot (oder "Der fliegende Weinhändler" und "Drunken Kings") - Ballermann-Boot (oder auch Tunten-Boot und Harems-Kahn) - Z.K. (Zombie-Kahn und Gruft) Im Grunde war die Fahrerei an sich relativ öde, denn die ständigen Schleusen waren auf die Dauer mehr lästig als eine Abwechslung. Und so musste eben die Crew für Stimmung sorgen. Einige Stilblüten seien hiermit erwähnt: - Zu einer Sichtung im Kanal: Sebastian Se.: "Jo, wos is jetz nacher des? Des is a Fiesch! Naa! Na, des is a Vieech!" - Zeitgleich aussichtsreicher Stich beim Schafkopfen und ein Ausrutscher von Herrn Römer quittiert von Sebastian St. mit: "Der geht durch!!" - Zu riskanten Manövern: Let's go bouncing!" ("bouncing" ursprünglich von Florian F.) - Bei dem Versuch riskante Manöver abzuwenden: "Links!", "Links!!", "Na, des andere links!!!" - Nach riskanten Manövern bei der Schadensbegutachtung: "Des war scho'!!" (Die Crew der "Bismarck") Neben den allnächtlichen Sanges- und Partyeinlagen der üblichen Verdächtigten, gelang es einer bisher noch nicht eindeutig nachgewiesenen Gruppe, am See vor dem Hebewerk zu Arzviller, die Vertäuung einige Boote etwas zu verlängern, so dass diese in den Genuss eines komfortableren Liegeplatzes in der Seemitte kamen. Obwohl die "Bismarck" ebenfalls etwas weiter vom Ufer entfernteren Liegeplatz hatte, wurde sie und ihre Crew zum allgemeinen Sündenbock erkoren. Während zuerst nur die Forderung nach Kielholen von zwei Besatzungsmitgliedern (Kevin K. und Sebastian St. die am nächsten an der Tür lagen) laut wurde, begnügte sich der wütende Mob erst, als sämtliche Leinen los und die "Bismarck" in der Schwärze der Nacht hilflos auf den See trieb. Doch die Besatzung des Schlachtschiffes reagierte schnell und professionell. Unter widrigsten Sichtbedingungen legte der (unoffizielle) First-Captain erwartungsgemäß perfekt auf der anderen Seite des Sees an, aber nicht ohne vorher die Befehlshabenden der anderen Schiffe mit dem Nebelhorn auf dieses nicht ungefährliche aber notwendige Manöver aufmerksam zu machen. Als sich jedoch eine Gruppe von immer noch aufgebrachten Mannschaftsgraden näherte, flüchtete sich die "Bismarck" aus Angst vor weiteren Repressalien hinter eine schützende Einfriedung. Aus unerklärlichen Gründen lösten sich während der Flucht der "Bismarck" ein zweites Mal die Vertäuungen der zurückgebliebenen Schiffe. Zum Leide der Besatzung des Schlachtschiffes wurde dies aber nicht zum Anlass genommen, die Alleinschuld vom Rücken der "Bismarck" zu nehmen. Denn auch am nächsten Tag musste das Schlachtschiff ungerechtfertigt viele Vergeltungsanschläge über sich ergehen lassen. Die ihrer Meinung nach Geschädigten der Begleitfahrzeuge, achteten zum Leid der "Bismarck"-Crew auch nicht die Genfer-Konventionen und setzten biologische Kampfstoffe wie Kanalwasser ein. Als auch das überstanden war, trat wieder die übliche "chillige" Atmosphäre ein. Böse Zungen behaupten sogar, dass diese erholsame Abi-Fahrt sie total verblödet hätte. Für diese These spricht, das nach einer Woche auf "hoher See" jede(r) Seemann / -frau nur noch drei Freunde hatte: 1. der Alkohol, 2. die Karte und 3. das Rätselheft. Gegen diese These spricht: 1. "Nix!" 2. "waren wir ja vorher scho bled!" (Chris Sch.) Nach circa sieben mal Nudeln, vollgefressen und vom schlechten Wetter gelangweilt traten wir die Heimfahrt an. Was zuerst für alle Boote "Haus(boot)putz" bedeutete und in einem strengen "Betreten verboten!" endete. Denn schließlich wollte keiner wirklich um 6.00h zum erneuten Boot-Schrubben aufstehen. Etwas verärgert hat uns, das die Vermieter selbst dann noch mit aller Gründlichkeit die Kähne säuberten. Ein böses Erwachen gab es auch bei der End-Abrechnung, als Diesel, geplatzte Fender und verlorene Bootshaken abgerechnet wurden. Und so mussten wir Deutsche wieder Reparationszahlungen leisten... Zusammengefasst könnte man sagen, wir haben eine etwas abwechslungslose, dafür aber erholsame Abschlussfahrt miterlebt. Treffend fasste es ein Matrose des Konvois zusammen: "Sch**ße war's ned, aber supper ah ned".
Einen großen Dank gilt an dieser Stelle dem Hauptorganisator Fabian Steuer der 12T!
Im Auftrag der Crew der "Bismarck" stellvertretend für (hoffentlich) alle, Florian F. 12W