Fischers Elite
Hinter der Bezeichnung Fischers Elite versteckt sich für alle Unwissenden die Klasse 12 T. Im Folgenden soll nun allen verständlichgemacht werden, wie sich die Klasse diesen Ehrentitel verdiente. Die Begriffe Elite und Kopf gehören bekanntlich zusammen, deshalb beginnen wir bei unseren Betrachtungen auch mit den elitären Köpfen. Um sich aus der Masse der Schüler hervorzuheben musste man als Schüler der 12 T seine Haarfarbe ständig ändern. Die Farbpalette reichte vom strohfarbenen Zitronengelb bis zum laubfroschfarbenen Marsmännchengrün. Schwer zu beurteilen war jedes Mal, ob Ähnlichkeiten mit Fabelwesen (Pumuckel) oder Tieren wie Stachelschweinen (dunkler Haaransatz mit blonden Spitzen) ganz bewusst gewollt waren. Einige Farbkompositionen waren, indem sie den Träger leicht kränklich erscheinen ließen, jedoch so gelungen (aus Sicht der Schüler natürlich!), dass die besorgte Lehrerin, die um eine Epidemie (Gelbsucht) fürchtete, diesem Schüler einen freien Tag gönnen wollte Im Vergleich zu anderen Klassen (12W) war die 12 T im Gebrauch der Sprache sogar sehr elitär. Einige machten davon gefragt und ungefragt so regen Gebrauch , dass einem (mir besonders!) die Ohren abfallen konnten. So mancher von ihnen dachten sogar ernsthaft daran einen Rhetorikkurs zu besuchen, um in der Abgabe sinniger und besonders unsinniger Aussprüche wahrer Meister zu werden. Als leidgeprüfte Lehrerin dachte ich da ernsthaft über den Kauf von Ohropax nach. Elitär war die 12 T auch in den Bewegungen der Unter- und Oberkiefer. Man kann diese Bewegungsabfolge auch Kaugummikauen nennen. So wurden die Kiefer in rhythmischen Bewegungen mal nach links und mal nach rechts oder nach unten und oben bewegt, manchmal leise meistens aber laut und schmatzend, zeitweise begleitet von einem Knalleffekt. Da war dann jedes Mal der Zeitpunkt gekommen diese doch etwas eintönigen Bewegungen zu unterbrechen und für etwas Abwechslung zu sorgen. Diese bestand dann in der Regel aus einem kleinen Sprint zum Papierkorb. Ein elitärer Schüler der 12 T trugt natürlich die Hose auch nicht dort, wo sie im Allgemeinen sitzt, nämlich auf der Hüfte, sondern weiter abwärts, so ungefähr in der Mitte der Oberschenkel. Dies hatte einige Vorteile. So konnte endlich die teure Designerunterwäsche von Calvin Klein zur Geltung kommen. Das wäre doch nun wirklich zu bedauerlich gewesen, wenn man diese der Allgemeinheit nicht hätte vorführen können, ganz besonders bei diesen enorm hohen Anschaffungskosten. Durch die Wahl geeigneter Farben, besonders bewährt hat sich hier leuchtendes Rot, konnte die Aufmerksamkeit der Umgebung noch gesteigert werden. Ein weiterer Vorteil war, dass man seine Perfektion im Ententanz vorführen konnte. Rutschte die Hose trotz Gürtel mal drei Zentimeter in Richtung Knie ab, so wurde sie mit leicht gebeugter Kniehaltung und einem eleganten Schwenker des Hinterteils wieder auf die ursprüngliche Position befördert. Da diese Übung nach jedem zehnten Schritt erfolgen musste, kann sich ja jeder leicht vorstellen mit welcher Eleganz der Ententanz vorgeführt wurde. Fasst man all diese subjektiven Eindrücke zusammen, so kann man diese Klasse durchaus al Elite bezeichnen.
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